Teltower Rübchen

Stadtküchengeheimnis #1

Dürfen wir euch vorstellen: das Teltower Rübchen.

Die kleine, weiße unscheinbare Rübe ist unser local hero im Spätherbst. Wie der Name schon vermuten lässt, wächst die Spezialität im nahegelegenen Städtchen Teltow, das ist quasi noch Berlin, die S-Bahn fährt (theoretisch) hin.

Im märkischen Sandboden gedeiht das genügsame Rübchen wunderbar, es kann sogar Frost vertragen und hat bis in den Dezember hinein Erntezeit. In den harten Zeiten früherer Jahrhunderte trug es so zur Ernährung der Bauern im Winter bei, auch wenn es schwere Arbeit war, die Rüben aus dem harten Winterboden zu hacken. Dass es nicht nur nahrhaft sondern äußerst lecker ist, stellten die Truppen Napoleons fest, als sie sich damals in Preußen herumtrieben und brachten es als Delikatesse mit an den Hof des französischen Kaisers. Später war dann der Dichter Goethe ein so großer Rübchenfan, dass er sich das Gemüse von Berliner Freunden regelmäßig nach Weimar schicken ließ. Trotz aller Berühmtheit wäre die Teltower Rübe im letzten Jahrhundert fast in Vergessenheit geraten und konnte nur gerettet werden, weil einheimische Hobbygärtner sie zu DDR-Zeiten weiterhin angebaut haben. Sie findet heute immer noch äußerst selten den Weg in einen Supermarkt und ist deshalb nur Feinschmeckern und vielleicht Wochenmarktbesuchern bekannt. Und natürlich den Teltowern, die zu Ehren der Delikatesse alljährlich ein großes Rübchenfest feiern und sogar ein Rübchenprinzenpaar krönen.

In der klassischen Zubereitungsweise, glasiert und geschmort, ist das süßlich-pikante Rübchen die perfekte Beilage zur Weihnachtsente und unser Favorit im winterlichen Menü.

 

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REZEPT

1 kg Teltower Rübchen
150 ml Gemüsefond
50 g Butter oder Margarine
bei Bedarf etwas helle Speisestärke (Saucenbinder), etwas Salz

 

Die Rübchen sorgfältig schälen und je nach Größe halbieren oder vierteln.
Butter zerlassen und etwas Zucker darin bräunen und die Rübchen kurze Zeit darin erhitzen, bis die Rüben leicht Farbe ziehen

Die gebräunten Rübchen dann mit etwas Gemüsefond und Salz 45-60 Min. bei 120 Grad im Ofen gar dünsten lassen.

Bei Bedarf den verbleibenden Fond noch etwas reduzieren und mit Speisestärke abbinden – ergibt eine Teltower Rübchen Sauce 🙂

 

Unsere Bezugsquelle ist der bio-zertifizierte Obst- und Gemüsehof Teltower Rübchen.

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One thought on “Stadtküchengeheimnis #1”

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